
Auszeichnung: „Ecocamping 2005”
Das Projekt ECOCAMPING
Umweltmanagement auf Campingplätzen
Viele gute Ideen alleine reichen nicht aus, damit ein Campingplatz wirklich umweltschonend betrieben werden kann. Der entscheidende Schritt ist die Einführung eines Umweltmanagements. Nur so ist gewährleistet, dass alle umweltrelevanten Bereiche systematisch untersucht und kontinuierlich verbessert werden können.
Das ECOCAMPING UMWELTMANAGEMENT ist speziell auf Campingplätze ausgerichtet und hilft diesen bei der stetigen Verbesserung von Umweltschutz, Sicherheit und Qualität.
ECOCAMPING e.V.
ECOCAMPING ist Campingunternehmern und Campingfachleuten bereits länger bekannt. Zunächst stand der Begriff für Projekte der Bodensee-Stiftung aus Konstanz, bei denen es um die Einführung von Umweltmanagement auf Campingplätzen geht. Um die Initiative auf eine breitere Basis zu stellen, gründeten vier Umweltorganisationen und vier Campingverbände im Ministerium für Umwelt- und Verkehr Baden-Württemberg am 10. April 2002 in Stuttgart den ECOCAMPING e.V.. Zweck des Vereins ist die Förderung von Umwelt- und Naturschutz, Sicherheit und Qualität in der Campingwirtschaft.
Die Presse über uns:
Ausgezeichnete Campingplätze - 19 Logos für Umweltschutz vergeben
Kiel – Camping erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ecocamping macht die Plätze fit für Umweltschutz und Energieeinsparung. Seit gestern dürfen 19 Campingplätze in Schleswig-Holstein das Ecocamping-Logo führen. "Das gab ganz viele Anstöße", sagt Achim Kuhnt. "Vieles haben wir zwar auch schon vorher gemacht, aber jetzt machen wir es bewusster und hinterfragen es", erklürt der 47-jährige Besitzer des Platzes Naturcamping Spitzenort in Plön. "Man geht mehr ins Detail", ergänzt seine Frau Anja (38). Die Solaranlage für das Sanitärgebäude wurde schon vorher gebaut, die Wasseruhren kamen jetzt dazu.
Im Oktober 2003 starteten 20 Campingplätze in Schleswig-Holstein das Umweltmanagement, 19 von ihnen erhielten gestern im Haus der Wirtschaft in Kiel ihre Auszeichnungen – darunter neben Spitzenort zum Beispiel auch der Camping-Ferienpark California in Schönberg. Gut eineinhalb Jahr lang haben die Unternehmen sich in Workshops über Themen wie Müllvermeidung und Mülltrennung, Einsparung von Energie und Wasser sowie den Bau von Naturspielplätzen informiert. Darüber hinaus haben Berater des Vereins Ecocamping aus Konstanz und der Innovationsstiftung Schleswig-Holstein die Plätze vor Ort beraten.
"Ich sehe darin die Zukunft", ist Gert Petzold, Landesvorsitzender des Verbandes der Campingunternehmen (VCSH), vom Konzept überzeugt. Petzold, der selbst für seinen Platz Naturcamping Weißer Brunnen in Wittenborn bei Bad Segeberg das Logo erhielt, bezeichnet das Projekt als "großen Erfolg", das positive Signale zur Gewinnung neuer Gäste setze.
Die haben die landesweit rund 300 Campingplätze mit ihren 55000 Stellplätzen nötig, denn angesichts des Wetters nennt Petzold dieses Jahr "bisher absolut unbefriedigend". Was bislang verloren ging, könne in der Hauptsaison auch nicht mehr aufgeholt werden. "Wir können unsere Plätze nicht überdachen – wir brauchen Sonne", sagt Petzold.
Und das im doppelten Sinne. Denn dank der Förderung der Innovationsstiftung zapfen inzwischen viele Campingplätze die Kraft der Sonne an. Peter Steiner vom Landwirtschaftsministerium, das mit 80000 Euro 70 Prozent des Projekts finanziert hat, nennt "die Vielzahl und Vielfalt der Maßnahmen beeindruckend". Neben Mülltrennung, Regenwasser-Nutzung und Solarenergie findet er auch Spielmöglichkeiten, die an die Natur heranführen, besonders für Kinder aus den Städten wichtig. Das könne durch Naturbeobachtungsplätze "gekrönt" werden.
" Der Abschluss ist auch ein Start", betont Ecocamping-Geschäftsführer Marco Walter. Jetzt gelte es, weitere Maßnahmen umzusetzen. Bundesweit tragen bislang 101 Campingplätze das Ecocamping-Logo. Laut einer Gästebefragung des Vereins kennen immerhin 23,7 Prozent der Camper das Ecocamping-Logo. Das europäische Logo EMAS kennen dagegen nur 2,6 Prozent. Fast zwei Drittel (64,5 Prozent) kennen keine der mittlerweile zahlreichen Auszeichnungen. Immerhin 4,4 Prozent glaubten die Auszeichnung "G.U.T. – Gätezeichen Umweltorientierter Tourismus" zu kennen – die existiert allerdings gar nicht.
Von Thomas Christiansen

