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ADAC Innovationspreis 2001

in der Kategorie: Gestaltung des Platzgeländes und der Standplätze

Aus der Festschrift:

Platzgelände und Standplatz sind – neben der Sanitärausstattung – die wesentliche Kernleistung eines Campingplatzes. Vielfach wird in der gegebenen oder in mühevoller Arbeit einmal geschaffenen Geländestruktur sowie in der über lange Jahre gepflegten Bepflanzung zur Parzellierung der Stellplätze das statische Element im Angebot eines Campingplatzes gesehen. Ein Bereich also, der sich Innovationen weitgehend entzieht - sollte man meinen.

Die Bewerbungen, die wir zu diesem Leistungsbereich erhielten, sprechen eine ganz andere Sprache. Konzepte moderner Landschaftsarchitektur setzen sich mehr und mehr auch auf Campingplätzen durch, streng lineare Stellplatzanordnungen und Wegführungen weichen der Natur entlehnten Formen. Künstlich angelegte Biotope schaffen - neben ihrem eigentlichen Zweck - auch optische Ruheräume.

Nicht weniger ansprechend waren die eher pragmatischen Ansätze. So hat etwa ein Bewerber die Flächen für das Vorzelt sowie die Fahrspuren für die Gespanne und Wohnmobile auf einer ganzen Anzahl von Stellplätzen mit Natursteinpflaster befestigt. Eine Maßnahme, die gerade bei stark frequentierten Parzellen sehr sinnvoll ist, da hier auf eine schnelle natürliche Regeneration der beanspruchten Grasnabe nicht zu hoffen ist. Die entsprechende Anordnung der Ver- und Entsorgungsanschlüsse rundet dieses stimmige Konzept ab.

Der ADAC Innovationspreis 2001 geht jedoch an einen Platz, der sich erfolgreich um ein Lösungsmodell für eine der großen Zukunftsfragen der Campingbranche bemüht, der Frage nämlich, wie es den Campingplätzen gelingen kann, die ständig wachsende Zahl der Wohnmobilcamper für sich zu gewinnen. Wie es möglich ist, das höhere Mobilitätsbedürfnis dieser Gästegruppe mit den Gegebenheiten eines Campingplatzes zu vereinbaren.

Die hier verwirklichte Idee eines "Wohnmobilhafens" besteht aus einem separaten Areal innerhalb des Campingplatzes mit 14 sternförmig angeordneten, voll versorgten Stellplätzen. Der besondere Charme dieser Lösung liegt darin, daß hier zum einen bewußt auf eine Schranke verzichtet wird, was dem Prinzip von Ungebundenheit und Freiwilligkeit entspricht. Zum anderen jedoch gelingt es durch eine entsprechende Bepflanzung, diesen Platzteil vollständig in der übrige Gelände zu integrieren. Niemand muß das Gefühl haben, "außen vor" zu bleiben.

Feste Tisch-Bank-Kombinationen auf den einzelnen Stellplätzen verhelfen den Besitzern kleinerer Wohnmobile zu mehr Komfort und ersparen bei einem Kurzaufenthalt den Aufbau des eigenen Campingmobiliars.

Ein unbürokratischer Anmeldevorgang sowie ein kundenfreundlicher Pauschalpreis, der Stellplatz-, Personen- und Anschluß- bzw. Verbrauchspreise beinhaltet, tragen wesentlich zum Erfolg dieses Modells bei.